Montag, 6.4.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Zeit der Narrative

„Wir schreiben das Jahr 2020. Das ganze Rheinland ist von einem grausamen, unsichtbaren Feind besetzt. Das ganze Rheinland? Nein. In einem kleinen Ort südlich von Bonn widersetzt sich eine tapfere Schar unbeugsamer Musiklehrer*innen. Sie versorgen ihre Schülerschaft mit einem geheimen Zaubertrank. Dadurch erlangt der unsichtbare Feind keine Macht über ihre Herzen.“

Auf dem wöchentlich wechselnden Blogbild seht ihr mich beim Komponieren. Gerade entstehen neue Melodien und Texte für das Online Klangnest. Die vielversprechene Situation in dem neuen Medium erfordert mehr Originalmaterial als das Präsenz-Klangnest. Wer heute auf Skype meinen gebräunten Teint gesehen hat, mag vielleicht denken, ich hätte das „stay at home“ Gebot missachtet. Schaut ruhig genau hin: Hinter mir ist der Eibenbaum an der Südost-Ecke unseres Grundstücks zu sehen. Das beweist, dass ich zuhause getextet und komponiert habe.

Müssen wir wirklich unsere Herzen irgendeiner Geschichte, irgendeinem Narrativ ausliefern? Sind wir dazu verurteilt, im Bann der Erzählungen anderer Leute zu leben? Könnten wir nicht einfach das Türsteher-Recht vor unseren Köpfen und Herzen konsequent ausüben? Nur das reinlassen, was guttut, was unseren Interessen dienlich ist? Zum Beispiel Musik, Lebensfreude, gute Laune, Vertrauen, Sonnenlicht, frische Luft? Wer könnte uns dieses Naturrecht streitig machen? Richtig: Niemand außer uns selber.

Wie stets in der Geschichte wird auch dieser „neuartige Besatzer“ nicht obsiegen können. Jeder von uns ist Obelix, Asterix oder Miraculix. Am Ende geht es nur um eins: Um die Herzen eines jeden, einer jeden von uns. Und dort herrschen wir selbst. Jeder von uns hat den Zaubertrank im Herzen und ist deswegen wie Obelix. Anders als früher wird der Zaubertrank-Kessel niemals leer. Er nimmt zu durchs Teilen.

Teilt mit mir eure frohen Botschaften, eure guten Gedanken. Kommt wieder hierher, wenn ihr wollt, bleibt tapfer, gesund und froh, singt, spielt, tanzt und musiziert! Euer Thomas Rohde

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