Montag 30.3.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Umwelt und Innenwelt

Was für ein Tag! Verkehr auf den Straßen wie an Weihnachten. Frühling wie aus dem Fotoalbum. Kein einziger Kondensstreifen am strahlend blauen Himmel. Kommt es mir nur so vor, oder atmet die Natur tatsächlich tiefen Frieden?

Ich fühle ihn jedenfalls im Herzen. So stark, klar und ruhig wie noch nie seit dem Pandemie-Wahnsinn. Ich lasse die Luft ins Auto rein. In der Schule herrscht digitaler Normalbetrieb. Die neue Box fürs schnelle Internet ist eingetroffen. Ich habe einen Schwung neue Lieder fürs Klangnest: „Spürt wie wir uns alle übers Internet zusammentun! Lasst uns jetzt auf diesem Wege Gutes für einander tun.“

Das ist eines von ihnen, nach der Melodie von Beethovens „Ode an die Freude“ (Freude schöner Götterfunke). Tempo vivo, uptempo, unbedingt freudig-lebhaft!

Das Blogbild zeigt mich als Sänger auf meiner Skype-Bühne. Publikum sind unsere Klangnestkinder, im kompletten Familienverband bei sich daheim. Sie erleben ein Wohnzimmerkonzert zum mit-machen, -singen, -schunkeln, -kuscheln, -klatschen, -trommeln und mit-tröten. Oder einfach zum mit dabeisein und Freude tanken. So langsam kommen wir in dieser seltsamen neuen Wirklichkeitswelt an. Lernen sie zu akzeptieren, sich in ihr zurechtzufinden. Die Kinder haben ihr eigenes Tempo. Zuerst adaptieren sie blitzschnell, sind präsenter und offener als die meisten Erwachsenen. Doch das ist nicht das Ende der Geschichte. Sie gehen ihren eigenen Weg durch die Anpassungskrise. Im Klangnest können sie die vielen nicht wirklich beantwortbaren Fragen – über die seltsame neue Welt ohne Kindergarten und Schule und dafür mit besorgten Eltern daheim – ein Stück weit vergessen und loslassen.

Bleibt gesund und froh, gerne bis morgen an dieser Stelle, Euer Thomas Rohde.

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