Montag 13.4.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Ist Dein Weinberg auch weg?

Eine Freundin ist Winzerin. Die Familienunternehmerin besitzt einige Lagen, in denen sie Bio-Weine anbaut. Seit sie denken kann, bringen diese Berge Trauben und Wein. Mal gibt es etwas mehr Sonne und insgesamt günstigere Witterungsphasen, mal hat es in paar Grad weniger Öchsle, ein paar Gramm weniger Zucker im fertigen Wein. Die Grundstücke sind da, die Arbeit geht nie aus, und das Ergebnis ist in etwa so stabil wie dass morgen wieder die Sonne aufgeht.

Sie ist gerade jetzt eine der entspanntesten Personen, die ich kenne. Sie macht ihre Arbeit. Ihr Leben hat sich nicht verändert. Niemand hat ihren Weinberg weggenommen.

Ganz viele andere Menschen erleben dagegen im Moment, dass ihnen ihr persönlicher Weinberg plötzlich abhanden kommt. Ich erfahre es selbst und höre es von anderen. Auf einmal bröckeln grundlegende Gewissheiten. Stabile Perspektiven werden fraglich oder verschwinden. Die existenzielle Katastophe, dass der persönliche Weinberg – die Sicherheit der Firma, des Arbeitsplatzes, des Auftragsbuchs – plötzlich aus dem Kataster getilgt wird, ereignet sich gerade massenweise.

Auch wenn Du persönlich nicht oder nicht so sehr betroffen bist, kennst Du sicher Leute, denen es so ähnlich geht. Mit begegnen viele. Immer wieder staune ich, wie gut sie sich zu helfen wissen. Hier sind ihre drei wirksamsten Tools:

  1. Solidarität und Zusammenhalt: Vielen anderen da draußen geht es genauso. Lasst uns uns gegenseitig unterstützen! Helft anderen, und Euch wird geholfen. Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch heraus. Man muss nicht immer kämpfen.
  2. Kreativität: Sicher kannst Du rückblickend sehen, dass Deine vergangene Krisen Chancen und Raum für Neues geboten haben. Besinne Dich auf Dein persönliches Anliegen, auf Deinen Kern. Du wirst finden, wie Du es in diese neue Welt hinausbringen kannst.
  3. Atme. Du kannst nicht alles wissen, alles vorhersehen, alles kontrollieren. Aber Du kannst Dich mit Dir selbst verbinden, wieder zu Dir kommen.

Auch wenn ich es schon viele Jahrzehnte ununterbrochen praktiziere, kann ich über den Atem und das Atmen noch viel lernen. Hier ist ein herrliches Mitmach-Video von Judith Hennemann:

Klickt ruhig mal drauf. Es dauert nicht lange, aber es hat die Kraft, Euch zu verwandeln!

Viel Spaß wünscht Euch Euer Thomas Rohde

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