Mittwoch 15.04.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Freiheit

Heute möchte ich über ein Wort sprechen, das für viele Menschen gerade eine neue Bedeutung bekommt. Oder zumindest in ihrem Bewusstsein ganz neue, vorher nicht erkannte Aspekte erhält. Freiheit.

Als ich in den 1970er Jahren aufs Max-Born-Gymnasium in Germering bei München ging, habe ich den Schulbesuch als exaktes Gegenteil von Freiheit empfunden. Ich war Rebell und wollte den ganzen Tag Musik machen. Mit 16 Jahren habe ich mein Elternhaus verlassen und bin ins ferne Köln an die Musikhochschule gegangen. Ich war so frei. Und fühlte mich fürs erste auch so.

Heute sind Schüler froh, wenn sie noch knapp das Abitur ergattert haben. Ganze Familien blicken in Wehmut auf den zur Zeit nicht praktizierten Präsenzunterricht. Die gleichen Dinge können offenbar völlig verschiedene Namen tragen. Ist es Freiheit, sich samstags durch ein überfülltes Einkaufszentrum zu quetschen? Ist es Freiheit, plötzlich über fast leere Straßen zu fahren? Es kann Freiheit sein, wenn einem die Firma pleite geht. Es kann der Gedanke an Freiheit von finanziellen Sorgen sein, der im sicheren Job die harten Überstunden versüßt.

Ich glaube, am Ende machen wir uns unsere Freiheit selbst. Wir können sie wählen, indem wir Dingen Bedeutung zuweisen. Oder wir bürden uns mit dem gleichen Akt ein Joch auf, mit dem uns wie Ochsen durchs Leben mühen. Alle Dinge, die ich im Absatz darüber mit Freiheit verknüpft habe, können auch als genaues Gegenteil funktionieren. Und darüber bestimmen nicht Frau Merkel oder Herr Seibert, gewiss auch nicht Trump, das Robert-Koch-Institut oder die EU.

Wir selbst haben die Wahl: Was wir essen, was wir trinken, was wir denken und fühlen. Wir weisen Bedeutungen zu und entscheiden. Zum Beispiel welche Emotionen wir in die nur uns allein zugängliche Echokammer unserer Herzen hineinlassen und dort verstärken. Jeden Moment im Jetzt können wir diese Macht in absoluter Weise ausüben. Und welche Entscheidung auch immer dort fällt, das geht dann in die Welt. Ich bitte Euch: Nehmt Euch diese Macht, nehmt sie wahr, beansprucht sie als Geburtsrecht. Niemand außer Ihr selbst kann sie Euch nehmen. Seid dessen gewahr!

Ich wünsche Euch allen Liebe, Freude, Gesundheit und Klarheit im Herzen! Gerne bis morgen an dieser Stelle. Seid aufs herzlichste gegrüßt von Thomas Rohde

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