Mein Klavierlied – 40 Jahre Reifungszeit

Anfang der 1980er Jahre, als mir dieser kleine Song einfiel, empfand ich ihn als eine lästige Ablenkung. Er störte mich bei der Konzentration auf die großen klassischen Werke, denen ich mich als junger, hochbegeisterter Musikstudent mit Haut und Haar verschrieben hatte. Hätte ich der kleinen Melodie – kaum mehr als eine „Hookline“ – einen eigenen Namen gegönnt, hätte ich sie wahrscheinlich „Hau ab, du lästiger Ohrwurm“ genannt!

Nach einigen Wochen passierte das auch. So gründlich, dass die kleine Melodie erst 25 Jahre später wieder in Erscheinung trat. Ich befand mich gerade auf dem Weg zu einer Probe und erinnerte mich sofort an sie. Zugleich erblickte ich mich selbst in meiner jugendlichen Gestalt – gut 20 kg leichter, und vollständige Kopfbehaarung bis zu den Schultern. Wegen dieser eindrücklichen Selbstbegegnung über die Grenzen von Raum und Zeit hinweg nannte ich den „neuen“ Song „Hello Thomas“. Das Stück machte besonders meinen Klavierschülern viel Spaß. Es fand Verwendung in einem Wettbewerb für (Noch)-Nicht-Klavierspieler. In einer Klangnest-Veranstaltung dieser Zeit erfand ich den B-Teil, zu dessen Klängen ich Mütter und Kleinkinder tanzen ließ.

In gewisser Weise ist es mein „Opus null“. Es kam mir in den Sinn viele Jahre bevor ich erkannte, dass ich komponieren kann.

Inzwischen hat „Hello Thomas“ – auch inspiriert vom „Klangnest daheim“ – einen Text und einen neuen Namen bekommen. Ich verspürte den Drang, den Song als Video der Welt bekannt zu geben. Hier ist er also, mit Klavier, Gesang und Klangnest-Instrumenten, und mit meinem Avatar „Tim“. Außer uns beiden kommen zehn für mich wichtige musikalische Köpfe vor. Sie begleiteten mich in den Jahren und Jahrzehnten, die das Klavierlied brauchte, um sich zu finden: #bach #billyjoel #duke #gershwin #liberace #liszt #mozart #rowlf #schroeder #skrjabin.

Zu jedem dieser Köpfe könnte ich locker ein ganzes Buchkapitel erzählen. Von dem einen oder anderen werdet ihr vermutlich hier von mir hören. Aber jetzt (noch) nicht, denn: Die Zeit, in der ich meine Person hinter die Bedeutung anderer Singer und Songwriter zurückstellte, liegt hinter mir. Habt Spaß mit meiner ersten ganz und gar eigenen Komposition und bleibt mir und uns aufs herzlichste gewogen!

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