Freitag 20.03.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Welttag des Glücks

Jetzt ist es Abend. Endlich komme ich zum Schreiben. Begonnen hat der Tag – offizieller „Welttag des Glücks“ – am Telefon. Unter unseren Klavierlehrern ist Giorgio Siantis derjenige, der am schnellsten das neue Online-Unterrichten eingeführt hat. Er schreibt mir auf Whatsapp: „Eine faszinierende Erfahrung! Ich habe bei einer Schülerin eine ganz neue Seite gehört. Ihr Improvisationstalent ist verblüffend, und ich habe es vorher nicht erkannt!“. Ich verbinde ihn mit Stefanie Manhillen. Morgen drehen die beiden zusammen mit Filmemacher Georg Divossen und weiteren Künstlern die erste Staffel von „Jetzt erst recht!“ Beiträgen. Bereits in der nächsten Woche gehen sie online. So wird das „Jugend hilft“-Bündnis aus HoT, Kreisverwaltung, Sinziger Musikschule, Barbarossaschule und Aktivgemeinschaft Sinzig dringend benötigte kulturelle Mitmachangebote zu Kindern und Jugendlichen bringen.

Als anspruchvolle Aufgabe erwartet mich in den nächsten Tagen das Thema „Unsere Klangnest-Gruppen in der Online-Welt führen“. Wie immer werden wir singen, musizieren, Bewegungsspiele machen und viel Spaß haben. Nun sind es ganze Familien, die sich mit Kameras, Mikrophonen und Bildschirmen untereinander verbinden. Wie wird das sein? Welche Atmosphäre, welche Stimmung? Was wird an die Stelle des freien, improvisatorischen Spiels treten, das unsere Gruppen so besonders macht? Ganz ehrlich: So ganz genau weiß ich es noch nicht. Wir haben stundenlang darüber konferiert. Es entstand eine überaus lebendige Vision, viele einzelne, hinführende Schritte, sinnvolle Aktionen und begeisternde Einzelteile. Wir bekommen das hin. Alle wollen es.

Die Information über den „Welttag des Glücks“ hat mich gerade eben erst erreicht, zusammen mit einem wunderschönen Gedicht von Friedrich Hölderlin. Der berühmte Dichter wurde vor genau 250 Jahren geboren. Sein Text heißt „Hälfte des Lebens“:

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne,
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.
 
Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein,
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen
 
Ich wünsche Euch allen ein wunderschönes Wochenende. Am Montag melde ich mich hier wieder. Bleibt gesund und fröhlich, Euer Thomas Rohde

 

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