Donnerstag 9.4.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Musizieren ist systemrelevant! Es wird aber neue Wege geben.

Ja, ich hab es vielleicht schon mal gesagt: Wir sind gut! Die Umstellung der gesamten Schule auf Online-Betrieb ist geglückt. Die Schülerfamilien brauchen uns mehr denn je. Eltern und Geschwister sind plötzlich Teil des Spiels. Alle sind voller Lob für unsere Arbeit.

Aber wie wird es weitergehen? Wie dürfen wir uns das Ende der „Maßnahmen“ vorstellen? Werden die Regierungen gleichsam mit einem Federstrich alle Einschränkungen mit sofortiger Wirkung aufheben? Und geht es dann lustig weiter wie vorher?

Wir sind Musiker und Musiklehrer. Keine Wissenschaftler, Juristen oder Politiker. Doch mein laienhaftes Gefühl sagt mir, dass es kaum so kommen wird. „Einschränkungen“, wie sie im Moment herrschen, werden in Zukunft nicht auszuschließen sein. Sie werden vielleicht nur zeitweise gelten. Eventuell nur auf bestimmte Personengruppen, Regionen oder Branchen bezogen sein. Man wird allerdings kaum vorhersagen können, für wen sie wann für wie lange gelten. Mindestens stehen sie als höchst reale Möglichkeit im Raum, falls ein neuer Erreger von irgendeinem Fleischmarkt dieser Welt beschließen sollte, sich massenweise neue Wirte zu suchen.

Persönlich glaube ich fest, dass wir in dieser neuen Situation als Musiker, als Künstler sowie als Lehrer noch stärker gefragt sein werden als bisher. Wir mögen zwar keine Essensverkäufer, Häuserbauer oder Energieversorger sein. Ich kenne aber viele Menschen, aus deren persönlicher Sicht wir dennoch „systemrelevant“ sind. Weil wir ihnen helfen, ihr persönliches System der mentalen Stärke, des geistigen Wohlbefindens, der psychischen Gesundheit aufrecht zu erhalten. Wir tragen dazu bei, dass sie Kraft schöpfen können, um krisenhafte Veränderungsprozesse und tiefgreifende Verschiebungen gut zu bewältigen.

Zugleich wissen wir aber nicht, wer wann und in welchem Umfang von Einschränkungen betroffen sein wird. Wir müssen also dafür sorgen, dass wir unseren „live“-Dienst außer in physischer Präsenz auch aus der Ferne leisten können. Dass Schüler manchmal in die Musikschule kommen, manchmal auf den Online Unterricht zurückgreifen, ist ein Anfang. Doch weil wir da draußen so stark gebraucht werden, wird es auch neue Modelle jenseits der Monatsverträge und 10er Karten geben.

Ein kreativer Prozess hat eingesetzt, der den Musikunterricht insgesamt verändern wird. Es erfasst unsere ganze Branche. Als Sinziger Musikschule stellen wir uns dieser Herausforderung. Ihr dürft auf die Ergebnisse gespannt sein. Wir freuen uns darauf und werden sie hier als erstes bekannt geben!

Seid herzlich gegrüßt, bleibt gesund und munter, Euer Thomas Rohde

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