Dienstag 31.3.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Zeit lassen

„Ah, wir waren spazieren und haben die Zeit vergessen!“ oder „Boah ich hab total verschlafen!“. Solche Sätze höre ich diese Tage von Leuten, die früher stets die Pünktlichkeit in Person waren. Das Loslassen scheint in Mode zu kommen. Es dauert so lange wie es dauert. Ist der Druck gerade ein Stück weit weg?

Ganz ehrlich: Ich mag das. Als Musiker kenne ich sowohl hart getaktete Zeiten glasklarer Verpflichtungen als auch lockere Phasen offener Kreativität. Wir Künstler brauchen beides. Die meisten von uns haben gelernt, das zielorientiert zu steuern. Ich muss unwillkürlich lächeln, wenn die Zeithaberitis um sich greift. Scheint auch ein bisschen ansteckend zu sein. Sich treiben lassen, einfach genießen. Unbesorgt die Frühlingsluft einzuatmen.

Jetzt fällt mir ein Text ein, den ich neu über eine meiner Melodien fürs Klangnest gesetzt habe. Es geht um den Zusammenhalt in der Familie: „Mama, Papa, spürt wir sind eins und singt ich liebe Dich. Papa, Mama, und Oma und Opa ihr seid ganz uns. Lachen! Lieben! So gehen wir durch die Corona-Zeit.“ Im Online-Klangnest haben wir immer auch eine familiäre Kuschelphase. Mein guter alter „Blues für Sarah“ dient als Soundtrack dazu. Als reines Instrumentalstück handelt er von einem Kuckuck, der seinen fröhlichen Ruf einmal in traurig ausprobiert. Einmal in Dur, einmal in Moll, wie Musiker sagen: Erst der frohe, dann der wehmütige Ruf. An diesem Punkt hat das Wesen die Wahl zwischen den Emotionen. Wofür wird es sich entscheiden?

Die Entscheidung „Wer oder wie will ich sein“ treffen auch wir jeden Tag und jede Stunde neu. Geht wach und achtsam damit um, seid gut zu Euch, bleibt gesund und fröhlich! Gerne bis morgen, wenn ihr mögt, Euer Thomas Rohde

Wenn ihr den Text anderen schicken wollt, benutzt einfach diesen Link: https://lmy.de/v8T8c

1 Kommentar zu „Dienstag 31.3.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule“

  1. Thomas Jödicke von Roit

    Ein sehr schöner und vor allem Blog der mir richtig gut gefälllt. Lieber Thomas, bitte mach weiter so damit.

    Liebe musikalische Grüße
    Thomas Jödicke v. Roit

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