Dienstag 17.03.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Heute schreibe ich schon mittags. So viel passiert im Moment, die Ereignisse überschlagen sich geradezu. Die Lehrerinnen und Lehrer der Sinziger Musikschule bereiten den Online-Unterricht vor. Wir möchten gerne alle Schüler erreichen, wo immer sie sich gerade befinden! Dafür schreibe und telefoniere ich ohne Unterlass.

Seit gestern abend gibt es in Sinzig eine kraftvolle Initiative, die für die Künste eintritt, für Bildende Kunst, Tanz und Musik. Die Aktivgemeinschaft Sinzig, die Barbarossaschule, das Haus der Offenen Tür, die Kleine Kunstschule im Blauen Haus und wir als Sinziger Musikschule haben uns dafür zusammengeschlossen. Wir arbeiten mit Hochdruck an einem umfassenden Angebot „Musik, Tanz und Kunst für daheim“. Auf jeden Fall werden wir auch Hardware anbieten können, Computer und Webcams für Lehrer oder Schülerfamilien, die im Moment darüber nicht verfügen.

Bereits gestern nachmittag fand in der Sinziger Musikschule der erste Skype-Gitarrenunterricht statt. Die Initiative ging von einer Schülerfamilie aus. Die Erfahrung damit war: Ja, das geht gut, das kann man so machen. Unser Lehrer Stephan Weidt fand es besonders gut, dass er durch die Webcam seiner Schülerfamilie auch das Griffbrett und die Hände seines Schülers gut und detailliert sehen konnte.

Heute morgen habe ich eine Freundin angerufen. Sie befand sich mitten im Heimunterricht mit ihren beiden Kindern. Deshalb konnte ich nur kurz mit ihr sprechen. Die Pause war gerade vorbei, und es sollte weitergehen!

In fast jedem Haus sitzen sie nun, die schulpflichtigen Kinder. Nicht alle Eltern haben die Möglichkeit, sich persönlich zu kümmern wie meine Freundin. Etwa weil sie im Krankenhaus, bei der Polizei oder im Einzelhandel arbeiten. Ich finde es eine großartige Vision, mit möglichst vielen dieser Daheimbleiber Musik und Kunst zu machen! Das ist genau das Material, was uns im Herzen froh und zuversichtlich stimmt. Kann es eine bessere Maßnahme geben, das Gesundheitssystem in solidarischer Weise zu entlasten und gleichzeitig wirksam etwas für sich selbst und die kommende Generation zu tun?

Jetzt fahre ich in die Schule und schau mal, was da so los ist und was die anderen so machen. Es bleibt spannend. Schreibt uns gerne Eure Meinung und Eure Ideen: Ob Euch gefällt, was wir tun. Ideen, was wir noch tun können. Bis morgen, seid herzlichst gegrüßt von Thomas Rohde

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