Dienstag 14.4.2020: Ein kurzer Bericht aus der Sinziger Musikschule

Die sieben schöne Dinge des Tages

Gerade fällt mir auf, dass ich Euch die Bilderklärung des aktuellen Blogbildes schulde.

Gestern ist es beim Thema „Weinberg“ schon angeklungen. Tatsächlich ist links oben ein Weinstock auf dem Bild. Im vergangenen Herbst war die sonnenverwöhnte Pflanze so voll mit süßen blauen Trauben, dass sie ihre Halterung aus der Mauer riss und sie auf der Wiese zuende gereift ist. Die von unbekannter Hand verteilten Frühlingsblumen – im Vordergrund des Bildes – sprießen auch in diesem Jahr wie ein völlig überraschendes Ereignis aus der wintermüden Erde.

Ich möchte Euch heute einladen, mit mir ein weiteres Spiel zu spielen. Nicht jetzt, sondern nachher, wenn ihr im Bett liegt. Vielleicht fehlt Euch die rechte Bettschwere, vielleicht kreisen die Gedanken hier- und dorthin, wollen nicht zur Ruhe kommen. In dieser Situation wusste meine Großmutter Rat. „Findet die sieben schönsten Dinge, die ihr heute erlebt habt“, empfahl sie uns. Wenn wir, was vorkam, nicht sonderlich gut drauf waren, wandten wir ein: Das war ein so doofer Tag heute! So viele finden wir nie! Mit sanfter Beharrlichkeit sagte sie: Findet doch erstmal eine Sache. Dann ist schon mal ein Anfang da. Und dann vielleicht noch eine.

Es gab nicht einen Abend, wo wir nicht wenigstens sieben Sachen gefunden haben. Und gleich danach glücklich im Traumland versanken. Elisabeth Stephani wurde 1895 in eine preußische Offiziersfamilie hineingeboren, studierte und wurde niedergelassene Kinderärztin. Die Kriegs- und Nachkriegszeit erlebte sie als alleinerziehende Mutter. Einer ihrer beiden Töchter kaufte sie später jenes Klavier, auf dem ich als Kind und Jugendlicher spielte. Sie hatte mehr Humor als die meisten Menschen, die ich als Kind kannte. Sie unterschied drei Arten von Witzen: Jugendfreie, solche für Erwachsene, und als vulgärste Kategorie Witze nur für Mediziner. Uns, ihren Enkelkindern, erzählte sie alle.

Natürlich möchte ich meine sieben schönsten Sachen von heute mit Euch teilen: 1. hatten wir seit gestern zwei und heute auch zwei neue Schüleranmeldungen, 2. habe ich meinem jüngeren Sohn ein Geburtstagspaket zusammengestellt, 3. und 4. habe ich in engem Kontakt mit der Zielgruppe die Konzepte meines Online-Klavierunterrichts weiterentwickelt, 5. und 6. habe ich für das Online-Klangnest morgen komponiert, getextet und vorbereitet, und 7. werde ich gleich nach Veröffentlichung dieses Textes an einer Abendmeditation teilnehmen, da unsere Morgenmeditation heute ausfiel.

Was sind Eure Siebensachen?

Gerne bis morgen an dieser Stelle. Seid aufs herzlichste gegrüßt von Thomas Rohde

Wenn ihr den Text mit anderen teilen wollt, benutzt einfach diesen Link: https://bit.ly/2REYcy3

 

 

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